Sonntag, 4. Oktober 2015

Buchrezension zu "Auf dem falschen Dampfer kommt man auch ans Ziel" von Dorothea Böhme


























Roman

Taschenbuch: 288 Seiten
Erscheinung: 22. Juni 2015
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-7341-0075-8
empfohlener Verkaufspreis: 9,99 Euro [D]

Bewertung:
3 von 5 Tintenkleckse









Eine Kreuzfahrt mit ihren beiden streitlustigen Schwestern? Nie im Leben! Schon gar nicht nach dem großen Krach vor fünf Jahren. Ausgetrickst von der Ältesten, landet die 35-jährige Ricarda schlussendlich doch auf dem Schiff, wo sie Juliane und Trixie davon abhalten muss, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen. Doch trotz aller Skepsis beginnt sie, die Reise zu genießen – was auch an dem sehr attraktiven Ersten Offizier liegen könnte … Aber warum verhält sich der Kapitän so komisch? Und kommt es ihr nur so vor, oder häufen sich die seltsamen Vorfälle an Bord ? Irgendwas ist doch da im Busch, oder?









Das Cover hat mich sofort in Urlaubsstimmung versetzt, weswegen ich mich auf eine witzige Urlaubslektüre gefreut habe. Wobei ich nun sagen muss, dass der Titel und das Cover nicht perfekt zum Buch passen und mich bezüglich der Handlung auch ein wenig in eine falsche Richtung geleitet haben.

Es geht um die drei Schwestern Juliane, Ricarda und Trixie.
Juliane ist die Älteste und hat sich nach dem Tod der Eltern um die kleineren Schwestern gekümmert. Die anderen Geschwister sehen sie als typische Geschäftsfrau, die mit dem Kopf und nicht mit dem Herz handelt. 
Ricarda möchte es immer allen recht machen. Bevor es zu einem Streit kommt gibt sie nach, stellt sich selbst an die letzte Stelle und sagt nie ihre Meinung.
Trixie ist ein wahres Energiebündel. Jung, wild und noch etwas unentschlossen, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. 

Die drei unterschiedlichen Schwestern unternehmen eine Flusskreuzfahrt. Nach fünf Jahren, in denen sie kaum ein Wort miteinander gesprochen haben, möchte Juliane mehr Zeit mit ihren kleinen Schwestern verbringen. 
Das führt natürlich zu allen möglichen Gefühlsausbrüchen. Nebenbei lernen die Schwestern auch noch die Besatzung und andere Urlaubsgäste kennen. 

Die Idee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Es ist auch alles im Buch, das man von einem Frauenroman erwartet. Viel Witz, Beziehungen, Dramatik und tolle Kulissen.
Aber leider hatte ich oft das Gefühl, dass alles nur schnell abgehandelt wird.

Den Schreibstil empfand ich oftmals sehr oberflächlich. Ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht. Nicht nur bei den zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern auch bei der Beschreibung der Orte. Die Flusskreuzfahrt bietet tolle Schauplätze wie Melk, Wien und Budapest. Aber ein Ort kam mir wie der andere vor. Es reicht leider nicht aus einfach nur zu schreiben, dass es in Wien den Stephansdom und Cafés gibt. Hier hätte man grundsätzlich viel bildhafter beschreiben können.
 
Am Ende des Buches wurde ich dann aber überrascht. Es wird turbulent und ziemlich unvorhersehbar, richtig spannend. Auch der Schreibstil hatte sich gesteigert und hat mich gefesselt. 

Ich hoffe, dass sich dieser Schreibstil der letzten Kapitel in neuen Büchern von Dorothea Böhme von Anfang an zeigt. 









Eine leichte Urlaubslektüre mit anfänglichen Schwächen. Die Grundidee hat mir gefallen und am Ende konnte mich auch der Schreibstil überzeugen.