Mittwoch, 13. Mai 2015

Buchrezension zu "Mein Herz und andere schwarze Löcher" von Jasmine Warga

Mein Herz und andere schwarze Löcher

Jugendbuch

Hardcover: 384 Seiten
Erscheinung: 23.04.2015
Verlag: Fischer Verlag
ISBN: 9783737351416
empfohlener Verkaufspreis: 16,99 Euro [D]

Bewertung:
5 von 5 Tintenkleckse


Klappentext
Eine Geschichte über zwei, die den Tod suchen und die Liebe ihres Lebens finden.

Wenn dein Herz sich anfühlt wie ein gähnendes schwarzes Loch, das alles verschlingt, welchen Sinn macht es dann noch, jeden Morgen aufzustehen? Aysel will nicht mehr leben sie wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, sich für immer zu verabschieden.

Als sie im Internet Roman kennenlernt, scheint er der perfekte Komplize für ihr Vorhaben zu sein. Und während die beiden ihren gemeinsamen Tod planen, spürt Aysel, wie sehr sie sich auf die Treffen mit Roman freut, wie hell und leicht ihr Herz sein kann. Und plötzlich ist der Gedanke, das alles könnte ein Ende haben, vollkommen unerträglich ... Aysel beginnt zu kämpfen.
Um ihr Leben. Um sein Leben. Und um ihre gemeinsame Liebe.


Meine Meinung
Über das bunte Cover bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Es ist toll, dass man sofort ein Jugendbuch dahinter vermutet. Als ich dann allerdings den Klappentext gelesen hatte, war ich etwas verwirrt. Denn der Inhalt ist sehr ernst und ich finde, dass man bei dem Cover eine leichte und fröhliche Geschichte vermutet.

Aysel denkt darüber nach, sich umzubringen. Sie ist einsam, beteiligt sich nicht am Unterricht und lässt auch niemanden an sich ran. Zuflucht sucht sie in einem Selbstmordforum. Hier werden nicht nur alle möglichen Arten zu sterben diskutiert, man kann sich auch einen Selbstmordpartner suchen. Aber Aysel wohnt in einem kleinen Ort, und hier einen Partner für ihr Vorhaben zu finden, gestaltet sich schwierig. Als Roman dort eine Anzeige veröffentlicht, scheint es Schicksal zu sein. Denn Roman wohnt im Nachbarort.

Die Geschichte beginnt mit Aysel, so dass man ein wenig von ihr erfährt. Sie interpretiert die Handlungen ihrer Familie und Mitschüler oft anders, als diese es meinen. Man kann immer alles negativ sehen und durch ihre Art, sich selbst zurückzuziehen, wissen andere Menschen nicht, wie sie mit ihr umgehen sollen.

Roman dagegen hat einen triftigen Grund, warum er sterben will.

Die Beiden sind sehr unterschiedlich und vermutlich hätten sie sich nie kennengelernt ohne dieses Selbstmordforum.

Die Handlung lebt natürlich davon, wie sich die Beiden letzten Endes entscheiden werden. Aber sie lebt auch davon, dass man rätselt, warum Aysel sich umbringen will. Die Geschichte der beiden unterschiedlichen Protagonisten hat mich berührt und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Der Schreibstil ist nicht nur flüssig zu lesen, sondern mit kleinen Schritten entwickeln sich die Protagonisten weiter. Das war sehr schön zu erkennen und hat mir richtig gut gefallen. Außerdem gab es immer wieder schöne Stellen, die modern poetisch waren. Nicht überaus schnulzig, aber trotzdem gibt es Textstellen, an denen ich innehalten musste.

So auch auf Seite 244:
Halt deine Hand eine Minute lang auf einen heißen Herd, und es kommt dir vor wie eine Stunde. Verbringe mit einem Mädchen eine Stunde, und es kommt dir vor wie eine Minute. Das ist Relativität.


Fazit
Ein tiefgehender Roman, ergreifend und emotional. Ein Jugendbuch, das bezüglich Depressionen sensibilisiert und trotz dem ernsten Thema unterhaltend ist.

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