Montag, 14. Dezember 2015

Buchrezension zu "Herrscher der Gezeiten" von Nichola Reilly

Herrscher der Gezeiten


Fantasy / Jugendbuch
gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Erscheinung: 12. Januar 2015
Verlag: MIRA Taschenbuch
ISBN: 978-3-95649-106-1
empfohlener Verkaufspreis: 14,99 Euro [D]
Hier könnt Ihr das Buch bestellen

Bewertung:
2 von 5 Tintenkleckse


Klappentext
Die Erde ist überflutet. Die letzten Überlebenden harren auf einer kleinen Insel aus, deren Ufer mit jeder Flut schmaler werden. Dass sie in dieser Welt unerwünscht ist, spürt Coe jeden Tag. So gut sie kann, erledigt sie ihre erniedrigende Arbeit und setzt sich gegen die anderen Inselbewohner zur Wehr. Heimlich schwärmt sie für den mutigen Tiam, ihren einzigen Freund.

Dann geschieht es. Der Herrscher der Insel liegt im Sterben und hinterlässt keinen Erben. Ausgerechnet Coe wird ins Schloss eingeladen und erfährt, dass die königliche Familie ein Geheimnis hütet, das alles für immer verändern kann. Gibt es einen Ausweg aus dem Albtraum, in dem sie alle leben? Coe und Tiam müssen sich beeilen, Antworten zu finden, bevor ihre Welt für immer in den Fluten versinkt ...
Meine Meinung
Lange habe ich dieses Buch nun schon zu Hause und nachdem ich nun noch einmal begonnen habe, es ab der ersten Seite zu lesen, habe ich es nun endlich komplett gelesen.
Ihr merkt schon, es war ein Buch, das mir nicht leicht gefallen ist. Dabei ist der Anfang recht solide. Die Welt versinkt in den Fluten, jeden Tag wird ein Stück mehr von dem Sand der Insel abgetragen und somit wird die Insel immer kleiner. Stück für Stück.
Diese kleine Welt hat einen König, der in einem Schloss wohnt und während den Fluten mit seiner Tochter im Turm ist. Die restliche Inselbevölkerung muss während der Fluten auf eine enge Plattform, damit sie überleben können. Alles ist dennoch geregelt, von den Plätzen auf der Plattform bis zu den Aufgaben, die jeder Bewohner hat.
Coe kommt sich selbst ziemlich unnütz vor. Sie muss das Toilettenhaus reinigen und verrichtet eher niedrige Arbeit. Heimlich schwärmt sie für ihren besten Freund Tiam. Jeder ist sich auf dieser Insel selbst am nächsten. Coe ist alleine, ihr Vater ist vermutlich gestorben, ihre Mutter kennt sie nicht.
Tiam möchte Coe beschützen, er sorgt dafür, dass Coe in den Palast kommt.
Bis zum Schluss konnte ich leider keine Bindung zu den Charakteren aufbauen. Coe ist meistens zurückhaltend, sie ist mir noch am meisten ans Herz gewachsen.
Tiam habe ich immer wieder in Frage gestellt, oftmals war es mir nicht bewusst, auf welcher Seite er nun eigentlich steht und dadurch konnte ich keine emotionale Bindung aufbauen.
Leider hatte ich während dem Lesen auch immer wieder das Gefühl, dass ich viele Charaktere nicht einschätzen kann. Und auch die Handlung konnte mich nicht überzeugen. Vor allem der Mittelteil war sehr langatmig.
Das Ende war überraschend und spannend, leider auch sehr offen. Ich bin grundsätzlich kein Fan von offenen Enden, aber hier waren viel zu viele Dinge offen. Gerade als ich dachte, dass das Buch noch eine Wendung macht und interessant wird, war es vorbei. Schade, dass es sich hier um einen Einzelband handelt.

Fazit
Insgesamt leider sehr langatmig und zu viele Fragen, die offen bleiben. Wenige spanennde Momente konnten mich leider nicht komplett vom Buch überzeugen.

Vielen Dank an BloggDeinBuch für das Rezensionsexemplar.

Sonntag, 4. Oktober 2015

Buchrezension zu "Auf dem falschen Dampfer kommt man auch ans Ziel" von Dorothea Böhme


























Roman

Taschenbuch: 288 Seiten
Erscheinung: 22. Juni 2015
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-7341-0075-8
empfohlener Verkaufspreis: 9,99 Euro [D]

Bewertung:
3 von 5 Tintenkleckse









Eine Kreuzfahrt mit ihren beiden streitlustigen Schwestern? Nie im Leben! Schon gar nicht nach dem großen Krach vor fünf Jahren. Ausgetrickst von der Ältesten, landet die 35-jährige Ricarda schlussendlich doch auf dem Schiff, wo sie Juliane und Trixie davon abhalten muss, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen. Doch trotz aller Skepsis beginnt sie, die Reise zu genießen – was auch an dem sehr attraktiven Ersten Offizier liegen könnte … Aber warum verhält sich der Kapitän so komisch? Und kommt es ihr nur so vor, oder häufen sich die seltsamen Vorfälle an Bord ? Irgendwas ist doch da im Busch, oder?









Das Cover hat mich sofort in Urlaubsstimmung versetzt, weswegen ich mich auf eine witzige Urlaubslektüre gefreut habe. Wobei ich nun sagen muss, dass der Titel und das Cover nicht perfekt zum Buch passen und mich bezüglich der Handlung auch ein wenig in eine falsche Richtung geleitet haben.

Es geht um die drei Schwestern Juliane, Ricarda und Trixie.
Juliane ist die Älteste und hat sich nach dem Tod der Eltern um die kleineren Schwestern gekümmert. Die anderen Geschwister sehen sie als typische Geschäftsfrau, die mit dem Kopf und nicht mit dem Herz handelt. 
Ricarda möchte es immer allen recht machen. Bevor es zu einem Streit kommt gibt sie nach, stellt sich selbst an die letzte Stelle und sagt nie ihre Meinung.
Trixie ist ein wahres Energiebündel. Jung, wild und noch etwas unentschlossen, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. 

Die drei unterschiedlichen Schwestern unternehmen eine Flusskreuzfahrt. Nach fünf Jahren, in denen sie kaum ein Wort miteinander gesprochen haben, möchte Juliane mehr Zeit mit ihren kleinen Schwestern verbringen. 
Das führt natürlich zu allen möglichen Gefühlsausbrüchen. Nebenbei lernen die Schwestern auch noch die Besatzung und andere Urlaubsgäste kennen. 

Die Idee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Es ist auch alles im Buch, das man von einem Frauenroman erwartet. Viel Witz, Beziehungen, Dramatik und tolle Kulissen.
Aber leider hatte ich oft das Gefühl, dass alles nur schnell abgehandelt wird.

Den Schreibstil empfand ich oftmals sehr oberflächlich. Ich hätte mir mehr Tiefe gewünscht. Nicht nur bei den zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern auch bei der Beschreibung der Orte. Die Flusskreuzfahrt bietet tolle Schauplätze wie Melk, Wien und Budapest. Aber ein Ort kam mir wie der andere vor. Es reicht leider nicht aus einfach nur zu schreiben, dass es in Wien den Stephansdom und Cafés gibt. Hier hätte man grundsätzlich viel bildhafter beschreiben können.
 
Am Ende des Buches wurde ich dann aber überrascht. Es wird turbulent und ziemlich unvorhersehbar, richtig spannend. Auch der Schreibstil hatte sich gesteigert und hat mich gefesselt. 

Ich hoffe, dass sich dieser Schreibstil der letzten Kapitel in neuen Büchern von Dorothea Böhme von Anfang an zeigt. 









Eine leichte Urlaubslektüre mit anfänglichen Schwächen. Die Grundidee hat mir gefallen und am Ende konnte mich auch der Schreibstil überzeugen. 


Dienstag, 22. September 2015

Hörbuchrezension zu "Deadline" von Renée Knight



gelesen von Claudia Michelsen, Michael Mendl, Gabriele Blum
Laufzeit ca. 445 Minuten
Erscheinung: 27. Juli 2015
Verlag: der Hörverlag
ISBN: 978-3-8445-1929-7
empfohlener Verkaufspreis: 14,99 Euro [D]

Bewertung:
4 von 5 Tintenkleckse










Catherine wird niemals diesen Tag vor zwanzig Jahren vergessen. Was damals passierte, sollte für immer ein Geheimnis bleiben, von dem niemand jemals erfahren darf. Doch dann hält sie dieses Buch in den Händen, das ihre Geschichte bis ins Detail erzählt. Bestürzt blättert sie eine Seite nach der anderen um. Wer kann so genau von den damaligen Ereignissen wissen, und was will dieser jemand von ihr? Als sie die letzte Seite erreicht, fürchtet sie, die Antwort gefunden zu haben. Sie endet mit ihrem gewaltsamen Tod. Catherine ahnt, dass dies nicht nur eine Drohung ist ...










Das Hörbuch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Es wird abwechselnd aus zwei Sichten erzählt, zudem spielt es teilweise in der Vergangenheit. Vor jedem Kapitel wird das jeweilige Jahr genannt, so dass hier auch keine Missverständnisse entstehen und man jederzeit weiß, in welchem Zeitraum man sich befindet.

Catherine ist eine Frau, die im Leben steht. Sie ist in ihrem Job erfolgreich, ihr Mann steht an ihrer Seite und die beiden haben einen erwachsenen Sohn. Es gibt ein Ereignis in ihrer Vergangenheit, das Catherine verdrängt hat, bis das rätselhafte Buch auftaucht. Gesprochen wird Catherine von Claudia Michelsen, deren erfahrene Stimme perfekt zu Catherine passt.

Stephen Brigstocke ist ein pensionierter Lehrer, der die zweite Sichtweise übernimmt. Mehr kann ich über seine Rolle im Buch nicht verraten, aber Michael Mendl spricht ihn hervorragend. Seine tiefe und ausdrucksstarke Stimme ist eine echte Bereicherung für das Hörbuch.

Die Handlung ist auf jeden Fall überraschend. Anfangs scheinen die Dinge klar, doch wohin sich alles entwickelt hat mir Rätsel aufgegeben. Meiner Meinung nach beginnt das Hörbuch zwar wie ein Psychothriller, doch recht schnell entwickelt sich die Handlung eher zu einem packenden Familiendrama.

Den Schreibstil empfand ich sehr einnehmend. Es gibt immer wieder neue Kenntnisse, die man als Zuhörer bekommt, so dass ich selten eine Stelle fand, an der ich das Hörbuch kurz unterbrechen wollte. Es wird zu keiner Zeit langweilig, die Spannung bleibt vom Anfang bis zum Ende erhalten.

Was mich am Meisten beeindruckt hat war, wie vielschichtig diese Geschichte erzählt wurde. Die Wahrheit und Fiktion innerhalb dieser Handlung könnten nicht weiter voneinander abweichen.
 



Ein spannendes Familiendrama mit schockierenden und unvorhersehbaren Wendungen.



Montag, 27. Juli 2015

Buchrezension zu "Lana - Schattenbilder" von Annie J. Dean

Lana Schattenbilder
Jugendbuch - Fantasy

Taschenbuch: 380 Seiten
Erscheinung: 18. April 2014
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN: 978-1497440258
empfohlener Verkaufspreis: 9,96 Euro [D]

Bewertung:
5 von 5 Tintenkleckse


Klappentext
Die achtzehnjährige Lana wächst nach dem Unfalltod ihrer Eltern auf einem Internat nahe Boston auf. Ohne jegliche Erinnerungen an ihr früheres Leben, plagen sie seit der damaligen Tragödie vor acht Jahren immer die gleichen, wiederkehrenden Albträume. Als eines Morgens ein mysteriöser Mann ihren Weg kreuzt und sie fortan bedroht, findet sie unerwartet Hilfe bei dem geheimnisvollen Tristan, der als einziger über ihren Peiniger Bescheid zu wissen scheint… und über ihre wahre Vergangenheit. Mit ihm an ihrer Seite muss sie lernen, an ihre Grenzen zu gehen, bis ein elementarer Kampf gegen die finsteren Mächte der Magie alles ändert.


Meine Meinung
Das Cover hat mir vom ersten Moment an gefallen, obwohl ich es eigentlich nicht mag, wenn Gesichter auf einem Cover sind. Schließlich mache ich mir von den Protagonisten lieber ein eigenes Bild. Aber hier hat mich das Mädchen auf dem Cover sofort angesprochen und ich habe mich gefragt, was es mit dem Löwen auf sich hat. Außerdem sind die Farben schön gewählt, alles sieht sehr harmonisch aus.


Wenn man das Buch dann in den Händen hält merkt man, wie hochwertig das Buch ist. Es fühlt sich samtig-weich an, man möchte es gar nicht mehr loslassen. Zudem war es für ein Taschenbuch sehr belastbar und es ist keine Leserille beim Lesen entstanden. Nun aber zu den Protagonisten.

Lana mochte ich von Anfang an. Sie kann sich nicht mehr an ihre Kindheit erinnern, nach dem Unfalltod ihrer Eltern wächst sie in einem Internat auf ohne zu wissen, wer sie ist. Sie hat auch keinen Kontakt zu irgendwelchen Verwandten, es gibt lediglich einen Onkel, der für die Kosten aufkommt. Aber diesen kennt sie nicht. Sie ist eine starke und mutige Person, vielleicht auch, weil sie ganz alleine zurechtkommen muss. Anfangs erweckt sie einen eher zaghaften und schüchternen Eindruck, aber das ändert sich schnell.

Tristan konnte ich nicht so schnell einschätzen. Er wirkt überlegen, hat sich gut unter Kontrolle und lässt kaum Gefühlsregungen zu, so dass er immer wieder sehr kühl wirkt.

Neben den Hauptprotagonisten habe ich vor allem Loutha ins Herz geschlossen. Er ist der Ziehvater von Tristan und eine sehr herzliche Person.

Die Handlung spielt an zwei verschiedenen Orten - einmal in Richport, das in unserer Welt liegt. Hier erleben Lana und Tristan zwar auch schon mysteriöses, aber alles spielt sich in einem glaubwürdigen Rahmen ab. Der andere Ort ist Nawax. Nawax hat mich sehr an das Mittelalter erinnert und eigentlich mag ich keine historischen Romane. Aber durch den Schreibstil hat es mir nichts ausgemacht. Zwar unterhalten sich die Menschen dort etwas anders, aber wirklich nur ein klein wenig, genau so, dass man den Unterschied zu unserer heutigen Welt bemerkt, es aber dennoch nicht im Lesefluss stört.

Überhaupt ist der Schreibstil sehr angenehm zu lesen. Modern, flüssig und fantasievoll. Die Welt Navax wurde detailreich beschrieben, viel Liebe wurde in die Beschreibung der Stadt investiert und hier merkt man, dass die Autorin sich sehr mit Nawax beschäftigt hat. Das hat mir besonders gut gefallen.

"Lana - Schattenbilder" ist der Auftakt einer Trilogie. Das Buch ist in sich abgeschlossen, aber es bleiben ein paar Fragen offen, so dass ich auf jeden Fall Band 2 "Lana - Das Geheimnis der Statuen" auch bald lesen werde. Der dritte Band "Lana - Götterdämmerung" erscheint am 15. April 2015.


Fazit
Ein gelungener Auftakt einer Trilogie, die noch viel zu erzählen hat. Spannend und fantasievoll erzählt, mich konnte die Geschichte um Lana und Tristan fesseln und begeistern.

Vielen Dank an
BloggDeinBuch und Annie J. Dean für das Rezensionsexemplar, das ich im Rahmen der lovely selfies - Aktion lesen durfte.

Montag, 13. Juli 2015

Buchrezension zu "Girl on the train" von Paula Hawkins

Girl on the train
Roman

Klappenbroschur: 448 Seiten
Erscheinung: 15. Juni 2015
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-7645-0522-6
empfohlener Verkaufspreis: 12,99 Euro [D]

Bewertung:
3 von 5 Tintenkleckse


Klappentext
Jeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht. Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse ...


Meine Meinung
Das Cover hat mich bereits auf das englische Original aufmerksam gemacht. Ich finde es sehr gut umgesetzt, als würde man von einem fahrenden Zug aus dem Fenster sehen.

Der Einstieg in das Buch war auch wirklich gut. Die Handlung wird aus den Sichten der drei weiblichen Hauptcharaktere erzählt, die immer wieder wechseln.

Da ist die wunderschöne Megan, das Mordopfer.
Anna, eine Nachbarin von Megan.
Und die alkoholabhängige Rachel, die Mann und Job verloren hat, und täglich an Megans Haus vorbeifährt. Sie versucht den Schein zu wahren und fährt täglich nach London, wo sie die Zeit totschlägt.

Die Straße, in der Megan wohnt, hat für Rachel eine besondere Bedeutung. Vermutlich ist das auch ein Grund, warum Rachel sich Geschichten um das Leben von Megan und ihrem Mann Scott ausdenkt.

Einerseits tat Rachel mir mit ihrer Alkoholabhängigkeit leid, aber andererseits ist sie mir auch immer wieder auf die Nerven gegangen. Ihre Lebensweise konnte ich nicht nachvollziehen und oftmals kam es mir so vor, als würde das Thema Alkoholabhängigkeit ein wenig auf die leichte Schulter genommen.

Ansonsten hat mich aber der Schreibstil von Paula Hawkins überzeugt. Vor allem hat mir gefallen, wie geschickt sie das Leben der drei Frauen verknüpft hat.

Ich hätte mir ein paar spannende und unvorhergesehene Wendungen gewünscht. Diese waren leider sehr spärlich. Letztendlich war mir zu schnell klar, WER der Mörder von Megan ist. Nur das WARUM konnte mich tatsächlich noch überraschen.


Fazit
Eine interessante Handlung, die wenige überraschende Momente hatte. Aber die Momente, die mich überraschen konnten, hatten es dafür in sich.


Sonntag, 14. Juni 2015

Buchrezension zu "Nur einen Horizont entfernt" von Lori Nelson Spielman

Nur einen Horizont entfernt
Roman

Klappenbroschur: 368 Seiten
Erscheinung: 21. Mai 2015
Verlag: Fischer Verlag
ISBN: 978-3-8105-2395-2
empfohlener Verkaufspreis: 14,99 Euro [D]

Bewertung:
4 von 5 Tintenkleckse


Klappentext

Mit zittrigen Fingern öffnet die TV-Moderatorin Hannah Farr einen Brief. Der Absender ist eine ehemalige Schulfreundin, die sie jahrelang gemobbt hat. Die Frau bittet sie nun um Vergebung. Dem Brief beigelegt sind zwei kleine runde Steine und eine Anleitung. Einen Stein soll sie als Zeichen dafür zurücksenden, dass sie ihrer früheren Klassenkameradin vergibt. Den anderen soll sie an jemanden schicken, den sie selbst um Verzeihung bitten möchte.

Hannah weiß sofort, wer das sein könnte: ihre Mutter. Aber soll sie wirklich zurück zu den schmerzhaften Ereignissen von damals und die Auseinandersetzung mit dem Menschen suchen, der sie am besten kennt? Denn Hannah hat etwas getan, das das Leben ihrer Mutter für immer verändert hat …


Meine Meinung

Das Cover ist mir allein schon wegen den Farben ins Auge gestochen. Beim zweiten Hinsehen fand ich den Titel in Verbindung mit der Pustblume sehr passend und es hat mich auch ein wenig an "Morgen kommt ein neuer Himmel" erinnert.

Hannah ist eine etwas eingeschüchterte Protagonistin. Sie wurde in der Schule gemobbt, musste die Trennung ihrer Eltern verkraften. Sie hatte einfach einige Schicksalsschläge, die man ihr anmerkt. Deswegen habe ich sie auch anfangs sofort ins Herz geschlossen. Leider ist sie auch sehr naiv und am Liebsten hätte ich sie einige Male wachgerüttelt. Naivität kann einen Menschen auch liebenswert wirken lassen, aber bei einer Frau, die eine erfolgreiche Fernsehmoderatorin ist, erwarte ich eine gewisse Stärke und Menschenkenntnis.

Die Handlung ist mit vielen sympathischen Protagonisten gefüllt, die gut beschrieben werden, so dass man ein klares Bild vor Augen hat. Das hat mir besonders gut gefallen. Da ist beispielsweise Dorothy, mit der Hannah sich regelmäßig trifft. Sie ist die Mutter ihres Ex-Verlobten und hat immer gute Ratschläge für Hannah.
Hannah hat keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter und Dorothy ist wie eine Ersatzmutter für Hannah.

Den Grund, warum Hannah sich von ihrer Mutter bereits als Teenager gelöst hat, erfährt man im Laufe der Geschichte. Hier war ich wirklich überrascht, habe mitgefiebert und mitgelitten.

Aber ich finde die Handlung bei diesem Buch muss man selbst erleben, hier möchte ich nicht allzu viel verraten.


Ich war auch - abgesehen von Hannahs Naivität - wirklich von der Handlung begeistert. Nur leider wurde am Ende alles zu schnell abgehandelt und es wirkte etwas erzwungen.


Fazit
Ein Buch über die Kraft des Vergebens. Viele Stellen haben mich berührt, am Ende hat es leider etwas nachgelassen.
Dennoch ist es insgesamt ein Buch, das voller Emotionen ist, mich überraschen konnte und wundervolle Momente hatte.


Dienstag, 2. Juni 2015

Hörbuchrezension zu "Cottage gesucht, Held gefunden" von Susan Elizabeth Phillips

Cottage gesucht, Held gefunden
Cottage gesucht, Held gefunden von Susan Elizabeth Phillips
gelesen von Rike Schmid

Laufzeit: ca. 795 Minuten
Erscheinung: 20. April 2015
Verlag: Random House Audio
ISBN: 978-3-8371-3074-4
empfohlener Verkaufspreis: 14,99 Euro [D]

Bewertung:
5 von 5 Tintenkleckse


Klappentext
Peregrine Island vor der Küste von Maine. Annie Hewitt war sich sicher, nie wieder zurückzukehren. Und nun ist sie doch da – pleite, mut- und heimatlos, aber noch nicht bereit aufzugeben. Denn hier, auf dieser Insel, soll im Moonraker Cottage, dem Sommersitz ihrer Familie, der Nachlass ihrer Mutter versteckt sein.
Annies Plan: ihr Erbe suchen, möglichst wenig auffallen und möglichst schnell wieder abreisen. Vor allem will sie unbedingt ein Aufeinandertreffen mit Theo Harp vermeiden. Er war ihre große Liebe. Doch jetzt ist er der Mann, den sie am meisten fürchtet. Und natürlich ist Theo der Erste, dem sie in die Arme läuft …



Meine Meinung
Es ist schon länger her, dass ich ein Buch von Susan Elizabeth Phillips in der Hand gehalten habe. Aber ich hatte sie immer sehr positiv in Erinnerung. Die Bücher, die ich gelesen hatte, waren locker erzählt, oftmals witzig und immer mit einer mächtigen Portion Romantik und Liebe. Kurz gesagt: die perfekt Urlaubslektüre.

Bei dem Titel bin ich mit genau dieser Erwartung an das Hörbuch gegangen: eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Aber es wurde ein absolutes Highlight für mich.

Annie Hewitt hatte große Träume: sie wollte Schauspielerin werden. Letztendlich hat sie für ihren Lebensunterhalt gesorgt, indem sie als Puppenspielerin aufgetreten ist, spezialisiert auf Mobbing in der Schule. Als sie ihre Mutter pflegen musste, konnte sie ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen und es häuften sich Schulden an. Nun kommt sie auf die Insel, auf der sie die Sommer als Kind verbracht hatte, um nach dem Vermächtnis ihrer Mutter zu suchen, von dem ihre Mutter kurz vor ihrem Tod gesprochen hat.

Auf der Insel begegnet sie Theo Harp, in den sie als Teenager verliebt war. Hier sind aber so viele schlimme Sachen vorgefallen, dass sie noch immer sehr eingeschüchtert ist und Angst vor ihm hat. Mit Theo Harp bin ich anfangs überhaupt nicht warm geworden und lange Zeit habe ich mich gefragt, wann denn endlich mal ein netter Mann für Annie auftaucht.

Doch die Handlung überrascht und nichts ist so, wie es scheint. Spannend, nervenzerreißend und dennoch mit witzigen Dialogen hat mich dieses Hörbuch in seinen Bann gezogen. Eine Mischung, die keine Wünsche offen lässt.

Der Schreibstil von Susan Elizabeth Phillips umfasst ein breites Spektrum. Sie kann nicht nur gut Liebesgeschichten erzählen und den Leser überraschen, hier baut sie auch noch spannende Krimi-Elemente ein und verblüfft durch Wendungen, die man so niemals erwartet hätte.

Auch die Hörbuchsprecherin Rike Schmid hat mich überzeugt. Sie hat ein flüssiges Lesetempo und kann jeder einzelnen Person eine unvergleichliche Stimme geben.


Fazit
Eines meiner Highlights in 2015. Noch nie konnte mich Chick-lit so fesseln. Humor, Liebe, Krimi: eine bunte Mischung, die man unbedingt versuchen sollte. Klare Kaufempfehlung.

Dienstag, 19. Mai 2015

Buchrezension zu "Cináed: aus dem Feuer geboren" (Band 1) von Tanja Höflinger

Cináed - Band 1
Jugendbuch

Hardcover: 340 Seiten
Erscheinung: 13.11.2014
Verlag: Fabulus Verlag
ISBN: 978-3944788135
empfohlener Verkaufspreis: 14,95 Euro [D]

Bewertung:
3 von 5 Tintenkleckse



Klappentext
Was würdest Du tun, wenn sich Dein Leben von heute auf morgen verändert?

Daniel Frayne ist ein ganz normaler Junge. Behütet wächst er mit drei Schwestern bei seinen Eltern auf. Doch dann wird er Schüler einer geheimnisvollen Akademie - und nichts ist mehr wie zuvor.

Unversehens wird er Träger eines magischen, machtvollen Stifts, der großen Einfluss auf ihn hat und dem er den Namen Cináed gibt. Diesen Stift wollen bestimmte Kreise in ihre Gewalt bringen, und Daniel muss etliche Gefahren bestehen. Kann er diese Situationen alle meistern, und geht er unbeschadet aus ihnen hervor?


Meine Meinung
Das Buchcover ist geheimnisvoll - zuerst habe ich gar nicht viel darauf erkannt, lediglich schwarze Flecken und einen Stift. Beim genaueren Hinsehen erkennt man die verwischten Figuren. Es ist auf jeden Fall eine außergewöhnliche Idee.

Daniel - der von allen Danny genannt wird - bekommt ein merkwürdiges Geschenk von seinen Eltern zum Geburtstag: einen Stift. Nicht gerade ein Geschenk, dass er sich gewünscht hat. Dennoch fühlt er sich bald mit dem Stift verbunden.

Dann kommt er ziemlich unerwartet auf eine Akademie. Er wird aus seinem Schulalltag gerissen und muss in einer Nacht- und Nebelaktion zu dieser geheimnisvollen Akademie reisen. Ein Chauffeur bringt ihn dorthin. Alles macht einen sehr luxuriösen Eindruck. Viel mehr erfährt man leider auch nicht über diese Akademie.

Die Handlung beginnt etwas holprig, leider erfährt man recht wenig. Für mich blieben die Protagonisten oft zu leblos, da ich zu wenig Informationen über sie bekommen habe und mich nicht in sie hineinversetzen konnte. Auch erfährt man kaum etwas über die Akademie und deren Zweck.

Das ändert sich leider auch nicht, aber die Handlung nimmt an Spannung zu und dann war ich wirklich am Mitfiebern. Es passieren viele Dinge, man erfährt ein wenig über den Stift und deswegen hat mich das Buch zum Ende hin doch noch richtig gepackt.

Cináed ist eine Trilogie - Band 2 ist bereits erschienen, Band 3 erscheint im Juni 2015. Ich werde auf jeden Fall weiterlesen, denn es gibt noch viele offene Fragen, die mich nun brennend interessieren.


Fazit
Das Buch hat sich kontinuierlich gesteigert und am Ende wurde es richtig spannend und actionreich. Die Geschichte hat viel Potenzial, es sind noch viele Fragen offen, so dass die Spannung sicherlich auch in Band 2 gehalten werden kann.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Buchrezension zu "Mein Herz und andere schwarze Löcher" von Jasmine Warga

Mein Herz und andere schwarze Löcher

Jugendbuch

Hardcover: 384 Seiten
Erscheinung: 23.04.2015
Verlag: Fischer Verlag
ISBN: 9783737351416
empfohlener Verkaufspreis: 16,99 Euro [D]

Bewertung:
5 von 5 Tintenkleckse


Klappentext
Eine Geschichte über zwei, die den Tod suchen und die Liebe ihres Lebens finden.

Wenn dein Herz sich anfühlt wie ein gähnendes schwarzes Loch, das alles verschlingt, welchen Sinn macht es dann noch, jeden Morgen aufzustehen? Aysel will nicht mehr leben sie wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt, sich für immer zu verabschieden.

Als sie im Internet Roman kennenlernt, scheint er der perfekte Komplize für ihr Vorhaben zu sein. Und während die beiden ihren gemeinsamen Tod planen, spürt Aysel, wie sehr sie sich auf die Treffen mit Roman freut, wie hell und leicht ihr Herz sein kann. Und plötzlich ist der Gedanke, das alles könnte ein Ende haben, vollkommen unerträglich ... Aysel beginnt zu kämpfen.
Um ihr Leben. Um sein Leben. Und um ihre gemeinsame Liebe.


Meine Meinung
Über das bunte Cover bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Es ist toll, dass man sofort ein Jugendbuch dahinter vermutet. Als ich dann allerdings den Klappentext gelesen hatte, war ich etwas verwirrt. Denn der Inhalt ist sehr ernst und ich finde, dass man bei dem Cover eine leichte und fröhliche Geschichte vermutet.

Aysel denkt darüber nach, sich umzubringen. Sie ist einsam, beteiligt sich nicht am Unterricht und lässt auch niemanden an sich ran. Zuflucht sucht sie in einem Selbstmordforum. Hier werden nicht nur alle möglichen Arten zu sterben diskutiert, man kann sich auch einen Selbstmordpartner suchen. Aber Aysel wohnt in einem kleinen Ort, und hier einen Partner für ihr Vorhaben zu finden, gestaltet sich schwierig. Als Roman dort eine Anzeige veröffentlicht, scheint es Schicksal zu sein. Denn Roman wohnt im Nachbarort.

Die Geschichte beginnt mit Aysel, so dass man ein wenig von ihr erfährt. Sie interpretiert die Handlungen ihrer Familie und Mitschüler oft anders, als diese es meinen. Man kann immer alles negativ sehen und durch ihre Art, sich selbst zurückzuziehen, wissen andere Menschen nicht, wie sie mit ihr umgehen sollen.

Roman dagegen hat einen triftigen Grund, warum er sterben will.

Die Beiden sind sehr unterschiedlich und vermutlich hätten sie sich nie kennengelernt ohne dieses Selbstmordforum.

Die Handlung lebt natürlich davon, wie sich die Beiden letzten Endes entscheiden werden. Aber sie lebt auch davon, dass man rätselt, warum Aysel sich umbringen will. Die Geschichte der beiden unterschiedlichen Protagonisten hat mich berührt und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Der Schreibstil ist nicht nur flüssig zu lesen, sondern mit kleinen Schritten entwickeln sich die Protagonisten weiter. Das war sehr schön zu erkennen und hat mir richtig gut gefallen. Außerdem gab es immer wieder schöne Stellen, die modern poetisch waren. Nicht überaus schnulzig, aber trotzdem gibt es Textstellen, an denen ich innehalten musste.

So auch auf Seite 244:
Halt deine Hand eine Minute lang auf einen heißen Herd, und es kommt dir vor wie eine Stunde. Verbringe mit einem Mädchen eine Stunde, und es kommt dir vor wie eine Minute. Das ist Relativität.


Fazit
Ein tiefgehender Roman, ergreifend und emotional. Ein Jugendbuch, das bezüglich Depressionen sensibilisiert und trotz dem ernsten Thema unterhaltend ist.

Dienstag, 12. Mai 2015

Buchrezension zu "Deleted" von Margit Ruile

deleted
Jugendbuch
Dystopie

Taschenbuch: 256 Seiten
Erscheinung: 31.03.2015
Verlag: bloomoon
ISBN: 978-3-845806396
empfohlener Verkaufspreis: 12,99 Euro [D]

Bewertung:
4 von 5 Tintenkleckse


Klappentext
Berlin 2034. Ben lebt ein ganz normales Leben mit seiner Familie. Den Alltag regelt wie bei allen anderen Menschen sein Slave für ihn. Eine Hologramm-Figur, die ihm bei Recherchen hilft, seine Termine plant und auch ansonsten immer für ihn da ist.

Dank ihm hat Ben Zugriff auf alle möglichen Kameras in der Stadt. Ben stellt die ständige Überwachung der Slaves irgendwann in Frage und gerät an die falschen Freunde. Um Teil dieser Gruppe zu werden, soll Ben seinen Slave Sakar auslöschen. Ben folgt dieser Aufforderung, obwohl ihm Sakar geholfen hat, die Aufnahmeprüfung für die Akademie zu bestehen.

Kurz darauf wird er in der Akademie aufgenommen und trifft dort auf den schwerfälligen Eigenbrötler Lennart, den klugen und aufrührerischen Jonas und die perfekte Zoe. Zoe spricht wie ein wandelndes Werbeplakat für das Internat. Aber irgendwie kommt Ben das alles sehr merkwürdig vor. Und als Jonas nach einer gewagten Diskussion im Unterricht plötzlich mitten in der Nacht verschwindet, weiß Ben nicht, wem er noch trauen kann.


Meine Meinung
Das Buchcover ist wirklich gut gelungen und spiegelt die Handlung wieder. Man sieht sofort, dass es sich hier um ein Buch handelt, dass sich mit Technik beschäftigt und somit auch männliche Leser anspricht.

Das Buch beginnt etwas schleppend, ich fand die Handlungen des Protagonisten Ben nicht nachvollziehbar. Er hat durch seinen Slave Sakar einige Vorteile, vertraut ihm nicht, obwohl er ihn schon lange kennt. Doch diese Gruppe der "Falschen Freunde" hinterfragt er nicht einmal. Das fand ich schon seltsam.

Allerdings änderte sich meine Einstellung zur Handlung recht schnell. Denn ab dem Zeitpunkt, ab dem Ben in die Akademie aufgenommen wird, geht es rasant in der Handlung voran. Die Autorin führt einen auch gerne auf die falsche Fährte, so dass man nicht nur miträtseln kann, sondern auch immer wieder überrascht wird.

Die Zukunft, in der Slaves für die Menschen alles regeln, empfand ich sehr realitätsnah. Schon heute gehen wir nicht mehr ohne unser Smartphone aus dem Haus, der Slave ist eine kleine Weiterentwicklung. Erschreckend und faszinierend zugleich. Das Buch regt auch zum Nachdenken an.

Den Schreibstil von Margit Ruile mag ich sehr gerne, ich kenne bereits ihre Mira Buchreihe und war von dieser schon begeistert. Sie versteht es, kleine Details immer wieder einfließen zu lassen, so dass man erst nach und nach die Zusammenhänge versteht.



Fazit
Spannendes Jugendbuch, das mit unvorhersehbaren Wendungen den Leser einnimmt. Endlich mal wieder ein Jugendbuch, das bestimmt auch bei Jungen großen Anklang finden wird.

Donnerstag, 30. April 2015

Hörbuchrezension zu "Heilige Kuh" von David Duchovny

Heilige Kuh - Hörbuch
Heilige Kuh von David Duchovny
gelesen von Cathlen Gawlich
übersetzt von Timur Vermes

Laufzeit: ca. 224 Minuten
Erscheinung: 16. März 2015
Verlag: der Hörverlag
ISBN: 978-3-8445-1815-3
empfohlener Verkaufspreis: 16,99 Euro [D]

Bewertung:
4 von 5 Tintenkleckse


Klappentext
Was haben Kühe, Popkultur und der Palästinakonflikt miteinander zu tun? Gemeinsam sind sie alle Teil unserer heutigen Welt. In dieser Welt macht sich eine junge Kuh namens Elsie auf, etwas an ihrem Schicksal zu ändern. Mit einem zum Judentum konvertierten Schwein und dem wild plappernden Truthahn Tom begibt sie sich auf eine Abenteuerreise, in deren Verlauf der Hörer viel Wahres über die Menschen erfährt. Und dabei leben David Duchovnys tierische Helden genau das vor, was die Welt heute braucht: Toleranz und Menschlichkeit.


Meine Meinung
Elsie ist eine Kuh, die auf einer Farm in den USA lebt. Nach einem einschneidenden Erlebnis verlässt sie die Farm, um nach Indien auszuwandern. Auf ihrer Reise erlebt sie einige Abenteuer.

Zugegeben, am Anfang war die Handlung sehr merkwürdig. Eine Kuh, die ein Buch schreibt, viel plappert und viel über ihre Verlegerin spricht. Was zu Beginn an die Bremer Stadtmusikanten erinnert, entwickelt sich in ein gesellschaftskritisches Buch, das aktuelle Themen behandelt und zum Nachdenken anregt.

Der Schreibstil ist direkt, witzig, aber auch gewöhnungsbedürftig. An ein paar Stellen war es mir zu umgangssprachlich und es wurden Dinge ausgesprochen, die ich lieber nicht gehört hätte.

Dennoch war es insgesamt unterhaltsam und es stecken viele kleine Wahrheiten in dem Buch. Man erkennt allerdings auch, dass es sehr auf die amerikanische Gesellschaft zugeschnitten ist.

Normalerweise achte ich nicht darauf, wer ein Buch übersetzt. Aber hier hat Timur Vermes einen tollen Job gemacht, der einfach erwähnt werden muss. Es war sicherlich nicht einfach, die vielen englischen Phrasen und Wortwitze zu übersetzen.

Die Hörbuchsprecherin Cathlen Gawlich ist eine tolle Sprecherin und Schauspielerin. Hier merkt man ihre Erfahrung, sie hat meiner Meinung nach aus dem Hörbuch ein Theaterstück gemacht.


Fazit
Gesellschaftskritisches Hörbuch mit guten Ansätzen, die zum Nachdenken anregen.

Mittwoch, 29. April 2015

Buchrezension zu "Elmarsrog – The Beginning" von Loreley Hampton

Elmarsrog - The Beginning
Fantasy

Gebundene Ausgabe: 292 Seiten
Erscheinung: Dezember 2014
Verlag: Books on Demand
ISBN: 978-3734735660

Bewertung:
5 von 5 Tintenkleckse


Klappentext
Fluchtartig verließ Beth Cartland vor 35 Jahren mit Ihrer Tochter Elmarsrog und verlor nie wieder ein Wort darüber. Doch das Erbe ihrer Schwester zwingt beide zurück auf die Insel.

Als Alda Elmarsrog betritt, ist es Liebe auf den ersten Blick. Sie spürt die Chance auf einen Neuanfang Doch schnell überschatten Zweifel und mysteriöse Zwischenfälle dieses Gefühl. Was für Geheimnisse hat diese Insel und ihre Bewohner? Alda wird hineingezogen in einen Jahrhunderte alten erbitterten Kampf geheimnisvoller Wesen.

Als wäre das noch nicht genug steht sie plötzlich auch noch ihrer Vergangenheit gegenüber. Lauf! schreit alles in ihr. Doch für Alda gibt es kein Entkommen mehr.


Meine Meinung
Der erste Eindruck ist für mich meistens das Cover. An sich ist es recht einfach gehalten, aber ich war sofort fasziniert davon, wie sich die Schrift in das Bild einfügt. Es steckt so viel Bewegung in dem Cover, dass man förmlich die Wellen spüren kann. Elmarsrog ist eine Insel und ich finde das Cover wurde richtig gut umgesetzt.

Alda ist Mitte Dreißig, aber sie wirkt auf mich wesentlich jünger. Sie ist bei ihrer Tante aufgewachsen, ihre Eltern hat sie nie kennengelernt. Alda schottet sich von der Welt ab, lässt keinen an sich heran und wirkt auch einsam. Ihre einzige Bezugsperson ist Beth, ihre Tante.

Beth hat Alda nichts aus ihrer Vergangenheit erzählt. Durch eine Beerdigung kommt Alda zum ersten Mal mit der Insel Elmarsrog und deren Einwohner in Berührung. Jeder scheint Beth dort zu kennen, die Insel ist wie ein Dorf und die Bewohner verhalten sich allesamt etwas merkwürdig.

Genau hier setzt die Handlung an. Das hat mir sehr gut gefallen, denn so ist man auf dem gleichen Wissensstand wie Alda und kann sich seine Gedanken über die Bewohner, deren Verhalten und die Insel machen. Man kann miträtseln und erfährt immer mehr über Elmarsrog und auch über Aldas Familie.

Der Schreibstil ist schön flüssig und lebendig. Vor allem Elmarsrog wird so geschildert, dass ich das Gefühl hatte, schon einmal auf der Insel gewesen zu sein. Die Autorin Loreley Hampton hat Elmarsrog lebendig werden lassen und mich mit in die Geschichte gezogen. Nur manchmal hätte ich mir gewünscht, dass die Szenen noch ausführlicher geschildert werden. So passierten manche Dinge einfach zu schnell und wurden kaum ausgeschmückt. Das ist der einzige Kritikpunkt, den ich habe.

Das Ende kommt ziemlich unerwartet, ich hätte noch so gerne weitergelesen. Aber zum Glück muss man auf den zweiten Teil nicht allzu lange warten, denn er wird voraussichtlich im Oktober 2015 erscheinen.



Fazit
Ein ganz tolles Debüt mit nur kleinen Schwächen. Elmarsrog und ihre Bewohner haben einen Fan dazugewonnen und ich freue mich schon darauf, noch viel über Alda zu lesen. Fantasy gemischt mit Spannung und vielen Geheimnissen, die darauf warten, gelüftet zu werden. Klare Leseempfehlung!

Buchrezension zu "Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb" von Tanya Stewner

Der Sommer in dem die Zeit stehenblieb
Jugendbuch
Fantasy

Hardcover: 320 Seiten
Erscheinung: 12. Februar 2015
Verlag: Fischer KJB
ISBN: 978-3-596-85426-4

Bewertung:
4 von 5 Tintenkleckse


Klappentext
Wenn Juli nachdenken will, zieht sie sich auf ihre Lichtung zurück. Doch eines Tages ist sie nicht alleine dort. Ein Junge steht vor ihr, plötzlich und unerwartet. Ein Junge wie von einem anderen Stern, so schön und so geheimnisvoll ist er. Ihrer beider Liebe könnte die Welt verändern. Doch darf diese Liebe überhaupt sein?



Meine Meinung
Ist das Cover nicht wunderschön? Das war meine erste Reaktion, als ich das Buch entdeckt habe. Dieses Cover sieht schon so verträumt aus, das muss einfach ein romantisches Buch sein.

Juli ist eine ganz liebenswerte Person, ich habe sie sofort ins Herz geschlossen, ebenso ihre beste Freundin Whoopi. Die beiden sind unzertrennlich. In der Schule gehören sie zu den Außenseitern. Während Julis Eltern reich sind, ist Whoopis Mutter alleinerziehend. Dennoch fühlt sich Juli bei Whoopi zu Hause wohler, denn obwohl Juli in einem großen Haus wohnt ist dort alles kalt und steril. Ihre Eltern arbeiten beide sehr viel und sprechen kaum mit ihr.

Anjano, der Junge, den Juli auf der Lichtung trifft, hat mich begeistert. Er ist ein Highlight in dem Buch. Man rätselt, wo er herkommt, denn allein der Name ist schon sehr außergewöhnlich. Zudem spricht er etwas eigenartig - er nimmt die Bedeutung der Wörter sehr genau, was das Buch poetisch und wortgewaltig macht. Er bildet Wortkreationen, die zum Nachdenken anregen.

Die Handlung des Buches ist wirklich besonders. Es geht vor allem um ein Zukunft, die nicht typisch für eine Dystopie ist. Zwischenmenschliche Beziehungen spielen eine große Rolle, nicht nur romantische Beziehungen, sondern auch freundschaftliche. Ich möchte mich hier auch wirklich zurückhalten, denn das Buch lebt durch Spekulationen und ich möchte, dass Ihr mitfiebert und Euch überraschen lässt.

Tanja Stewner schreibt umgangssprachlich, flüssig und vor allem hat sie ein Gefühl für Wörter. Sie hat so viel Poesie in dieses Buch gebracht, dass es berührt, nachdenklich stimmt und man ewig weiterlesen könnte. Es war sicherlich nicht das letzte Buch, das ich von ihr gelesen habe.


Fazit
Ein Jugendbuch, das berührt. Eine Dystopie, die uns hoffen lässt. Mitreißend erzählt, unterlegt mit Poesie und mit einer durchdachten Handlung abgerundet.