Dienstag, 6. Mai 2014

Buchrezension zu "Ich bin Tess" von Lottie Moggach

Ich bin Tess

Jugendbuch

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Erscheinung: 14. Februar 2014
Verlag: script5
ISBN: 978-3839001587
empfohlener Verkaufspreis: 17,95 Euro [D]
Leseprobe

Bewertung:
3 von 5 Tintenkleckse


Klappentext
Würdest du dein Leben aufgeben, um das eines anderen zu übernehmen?

Leila hat Tess nie zuvor getroffen. Doch sie weiß mehr über sie als irgendjemand sonst. Tess hat Leila nie zuvor getroffen. Doch wenn sie unbemerkt aus der Welt scheiden will, muss sie Leila ihr Leben anvertrauen.

Zu Beginn ist es leicht für Leila, sich online als Tess auszugeben. Niemand durchschaut ihr Spiel. Doch wie lange lässt sich eine solche Lüge aufrechterhalten?

Okay, nehmen wir uns einmal dieses hypothetische Dilemma vor: Eine Frau leidet an einer Krankheit, die an und für sich nicht lebensbedrohlich ist, aber ihre Lebensqualität stark einschränkt und auch nicht heilbar ist.

Nach reiflicher Überlegung kommt sie zu dem Schluss, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Aber sie weiß, dass sie damit ihrer Familie und ihren Freunden großen Kummer bereiten würde und handelt daher nicht. Dennoch wünscht sie sich verzweifelt den Tod und an dieser Einstellung ändert sich auch über die Jahre nichts. Irgendwann kommt sie zu dir und sagt, ihr sei ein Weg eingefallen, wie sie ihren Plan in die Tat umsetzen kann, ohne ihre Familie und ihre Freunde unglücklich zu machen, aber dafür brauche sie deine Hilfe. Was würdest du tun? Würdest du ihr helfen?


Meine Meinung
Der Klappentext hat mich neugierig auf das Buch gemacht und auch die Leseprobe fand ich spannend. Was bringt einen Menschen dazu, sein eigenes Leben aufzugeben, um ein anderes zu übernehmen. Und funktioniert das überhaupt?

Den Grund, warum Leila das Leben von Tess übernehmen kann, findet man schnell. Wenn das eigene Leben einem nichts bietet, wenn man keine Freunde oder Familie hat, die einen vermissen. Dann kann man das eigene Leben gegen ein anderes eintauschen.

Leila führt ein recht einfaches Leben. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass sie vom Leben nichts erwartet, nur in ihrem Zimmer vor dem PC sitzt und gar nicht die Welt erkunden will. Nachvollziehen kann ich so etwas gar nicht, was vielleicht auch ein Grund dafür war, warum ich mit dem Charakter nicht sympathisieren konnte.

Tess ist das komplette Gegenteil von Leila. Sie hat einen großen Freundeskreis, ist viel unterwegs und man hat das Gefühl, dass sie mehr erlebt hat, als andere in ihrem Alter. Sie hat oft einfach getan, wozu sie Lust hat und hat sich über Konsequenzen gar keine Gedanken gemacht.

Ich bin Tess beschäftigt sich mit dem Thema Selbstmord, die Konsequenzen für die Angehörigen und ob man es diesen vielleicht einfacher machen kann, wenn jemand anderes Dein Leben übernimmt. Nicht im realen Leben, aber online.

An sich ein spannendes Thema, aber leider habe ich mich während dem Lesen oft gelangweilt. Viele Stellen ziehen sich in die Länge, so dass auch nie Spannung aufkam. Auch habe ich mich manchmal gefragt, wohin die Handlung überhaupt gehen soll.

Richtig gelungen ist das Ende, dass dann eine interessante Wendung nimmt. Ich hätte mir mehr von diesen Wendungen während der Handlung gewünscht.


Fazit
Interessante Ansätze, leider kam die Handlung immer wieder ins Stocken. Am Ende ergibt alles einen Sinn, am Ende war ich mit dem Buch versöhnt. Schade, dass es mich stellenweise gelangweilt hat.




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