Freitag, 28. September 2012

Buchrezension: Als die Welt zum Stillstand kam von Gabi Neumayer

Als die Welt zum Stillstand kamDie Welt im Jahr 2036: Absolute Mobilität ist Realität geworden. Frühstücken auf den Fidschis, arbeiten in Berlin, abends ein Konzert in Tel Aviv, kein Problem. Mithilfe eines weltweiten Tornetzes beamen Menschen sich in Sekunden von einem Ort zum anderen, ebenso Informationen und Ressourcen. Da geschieht plötzlich das Unfassbare: Das Netz bricht zusammen – und damit die gesamte Welt.

„Als die Welt zum Stillstand kam“ spielt in der nahen Zukunft. Im Jahr 2024 gehen die ersten Tore ans Netz, mit denen die Menschen von Ort zu Ort beamen können. Celie, die Tochter von Jenna und Felix, den Erfindern der Tore, leidet am Meisten unter dieser Erfindung. Zwar benutzt sie die Tore, jedoch starb ihr Vater im Einsatz für diese. Als dann auch noch ihre Mutter stirbt beschließt sie, sich von den Toren abzuwenden und in die Kommune der Mobilen zu ziehen. Die Mobilen benutzen die Tore nicht, meistens, weil sie vom System ausgeschlossen wurden. Denn Straftäter dürfen die Tore nicht mehr benutzen.

Bernie, ein guter Freund von Celie, interessiert sich für Technik und liebt die Tore. Er würde sich nie von ihnen abwenden, um Gegenteil: er macht eine Ausbildung, um unter anderem zu lernen, wie man die Tore installiert.

Alex ist Celies bester Freund, jedoch sind die beiden seit dem tragischen Tod von Jenna zerstritten. Alex arbeitet im Krankenhaus, weil er Arzt werden will. Jedoch steht er nicht sehr selbstsicher hinter dieser Entscheidung, denn eigentlich ist er viel lieber in der Natur.

Im Jahr 2036 passiert eine Katastrophe: alle Tore fallen weltweit aus, die Menschheit kämpft ums Überleben und die Freunde müssen versuchen, alleine in dieser schrecklichen Welt zu überleben.

„Als die Welt zum Stillstand kam“ zeigt uns in einer erschreckenden Weise, wie schnell wir uns von neuen Technologien abhängig machen. Bereits nach 12 Jahren können beispielsweise alte Stromleitungen oder auch Autobahnen nicht mehr benutzt werden, weil hier nichts instand gehalten wurde. Man hat sich von den Toren abhängig gemacht und die Welt versinkt im Chaos. Eine erschreckende Dystopie, die zum Nachdenken anregt.

Zeitweise empfand ich das Buch als etwas langatmig, dennoch war die Handlung interessant. Das Ende hätte ich mir fulminanter gewünscht, so dass ich es insgesamt betrachtet als ein durchschnittliches Jugendbuch empfinde.

Durchschnitt
Meine Bewertung: 2 von 3 Tintenkleckse


Als die Welt zum Stillstand kam
von Gabi Neumayer
Hardcover: 446 Seiten
Erscheinung: 13.08.2012
Verlag: Beltz & Gelberg
ISBN: 978-3407811202
empfohlener Verkaufspreis: 16,95 € [D]
Leseprobe

Donnerstag, 20. September 2012

Mein neues Blogdesign

Logo BlogHuch, wie sieht es hier denn aus? Vielleicht ist Euch schon aufgefallen, dass ich seit heute endlich ein eigenes Design habe. Da der Blog schon seit über einem halben Jahr besteht dachte ich mir, dass die Zeit für Veränderungen gekommen ist :)

Vielen Dank an Anita Krall, die mein neues Logo, sowie den kompletten Header entworfen hat. Sie hatte viel Geduld und hat meine Wünsche kreativ umgesetzt. Ich hoffe Euch gefällt mein neues Blogdesign und Ihr werdet mich weiterhin fleißig besuchen.

Dienstag, 18. September 2012

Buchrezension: Laqua – Der Fluch der schwarzen Gondel von Nina Blazon

LaquaKristina und Jan müssen ihre Ferien bei der Großmutter in Venedig verbringen. Die alte Dame ist immer unhöflich und sichtlich nicht begeistert, dass die Geschwister, zusammen mit ihrer Tante Sara, über Weihnachten bei ihr sind. Das alte Haus am Canal Grande ist ein Hotel, das jedoch über Weihnachten geschlossen ist.

Eines Abends sieht Kristina einen dunklen Schatten am Fenster, der an der Hauswand nach oben klettert. Der Schatten hat die Gestalt eines Kindes, die Augen leuchtend wie eine Katze. Von da an häufen sich die merkwürdigen Ereignisse. Eine dunkle Gondel, von Nebel umgeben, taucht immer wieder auf. Die Großmutter scheint ein Geheimnis zu wahren. Jan und Kristina entdecken alte Familiendokumente und begeben sich auf die Spur ihrer Ahnin Violetta.

Ein Abenteuer beginnt, denn der Dunkle ist erwacht.

Fazit:
"Laqua - Der Fluch der schwarzen Gondel" entführt uns nach Venedig. Die Autorin Nina Blazon versteht es die Stadt für Ihre Handlung zu nutzen. Durch ihren angenehmen und bildlichen Schreibstil hat man das Gefühl, selbst durch Venedig zu spazieren, immer wachsam vor dem dunklen Dogen.

Die Geschwister Kristina und Jan haben es nicht einfach. Der Vater arbeitet viel und ist über Weihnachten in Afrika, die Mutter ist gestorben. Aufgrund eines Wasserrohrbruchs fahren die Geschwister mit ihrer Tante Sara zu ihrer Großmutter nach Venedig. Die Großmutter, "Nonna" auf Italienisch, ist sehr abweisend. Die Kinder fühlen sich dort nicht willkommen, zudem scheint es dort zu spuken. Was sich abenteuerlich anhört, stellt sich als sehr gefährlich heraus.


Das Buch wird mit Sicherheit nicht langweilig, denn immer wieder wird Spannung aufgebaut. Kaum hat man sich von einem Abenteuer erholt, wartet schon die nächste Gefahr. Deswegen fliegen die Seiten nur so dahin.

Unterstützung bekommen die sympathischen Geschwister von Luca Pezzi und seiner Cousine Pippa. Die Familie Pezzi hatte ich schnell ins Herz geschlossen, woran man sieht, dass hier viel Wert auf Details gelegt wird. Alle Nebencharaktere sind ausgiebig beschrieben, so dass sie in Erinnerung bleiben.

Ein Abenteuer in Venedig, spannend geschrieben auch für Erwachsene.

Ich war sehr überrascht, denn die Altersempfehlung ist für 10 – 12jährige.


Ich empfehle das Buch allen, die gerne Jugendromane lesen.


Eher untypisch und gerade deswegen erfrischend finde ich, dass Laqua nicht als Trilogie gedacht ist. Eine spannende
und berührende Geschichte, von der man nicht möchte, dass sie endet.



Laqua von Nina Blazon
Hardcover: 384 Seiten
Erscheinung: 27.08.2012
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-15475-5
empfohlener Verkaufspreis: 16,99 € [D]
Leseprobe

Dienstag, 4. September 2012

Buchrezension: Tempus von Maud Schwarz

TempusDas Amulett soll dich vor Unheil bewahren und dich an mich erinnern, wenn ich schon lange nicht mehr bin. Sag das nicht! Ich legte meine Hand auf Marcius Mund. Er nahm sie behutsam weg. Aber so ist es, Elina! Eines Tages wirst du in deine Zeit zurückkehren und leben, wenn ich schon lange tot bin. Tempus ist eine Geschichte über Verlust, Verrat, Tod und eine Liebe, die die Grenzen von Raum und Zeit überwindet. Durch eine ungewollte Zeitreise gerät die 17-jährige Elina ins vorchristliche Rom, das kurz vor der Machtübernahme durch Cäsar steht. Dort lernt sie unter dramatischen Umständen den Senatorensohn Marcius kennen und lieben. Doch schon bald bricht ein folgenschwerer Bürgerkrieg aus ...



Elina hat es nicht einfach, ihre Eltern ziehen von Kenia nach Schweden. Nicht nur ihre Heimat muss sie zurücklassen, sondern auch ihre erste Liebe.


Angekommen in Schweden muss sie natürlich auch die Schule besuchen. Elina findet hier keinen Anschluss, im Gegenteil: sie wird gemobbt. Um Elina auf andere Gedanken zu bringen schenken ihre Eltern Elina eine Reise nach Rom. Elinas Vater muss hier auf einen Kongress und nimmt Elina mit. Was sehr passend ist, da Elina gerade an einem Referat über Caesar arbeitet.


In Rom passiert dann das Unglaubliche: auf der Flucht vor einem aufdringlichen Italiener landet Elina im antiken Rom. Hier darf sie als Gast bei einem Senator leben und lernt dessen Sohn Marcius kennen. Ab diesem Abschnitt erfährt der Leser viel über das damalige Leben, das Leben der Sklaven und über die politische Situation. Gut recherchiert lernt der ein oder andere Leser sicherlich noch viel über das antike Rom. Aber keinesfalls trocken, sondern lebhaft und glaubwürdig. Man taucht ab in eine lang vergessene Zeit, hat aber das Gefühl, dass dieses damalige Rom zum Greifen nah ist.


Das Buch zeichnet sich durch einen wirklich besonderen Schreibstil aus. Die Autorin versteht es, poetische und tiefgründige Worte zu verfassen, ebenso wie die flüssige, anschauliche Schreibweise eines Jugendbuches. Besonders hervorheben möchte ich den Prolog, der ein wunderschöner Einstieg ist.


Eine weiteres Beispiel für eine der poetischen Textpassagen, die mich sehr berührt hat:

Wir sind wie Blätter im Sturm, dachte ich, die kreuz und quer in alle Himmelsrichtungen gewirbelt werden. Willkürlich. Einfach so. Ohne Sinn und Verstand durch Zeit und Raum. Ohne uns wehren zu können.

Wie man sicherlich gut erkennen kann, habe ich das Buch geliebt. Fast bis zur letzten Seite. Das vorletzte Kapitel war für mich der perfekte Abschluss des Buches. Das letzte Kapitel hat mich persönlich geschockt. Manche empfinden es vielleicht ebenso und andere sind begeistert von diesem Ende. Man schreibt oft, dass ein Ende unvorhersehbar ist. Aber dieses Ende ist wirklich unvorhersehbar.



Tempus von Maud Schwarz
Taschenbuch: 300 Seiten
Erscheinung: 09.03.2012
Verlag: SüdWestBuch Verlag
ISBN: 978-3-942661904
empfohlener Verkaufspreis: 12,50 € [D]
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Sonntag, 2. September 2012

Buchrezension: Good Morning Dornröschen von Daniela Kögler

Good Morning Dornröschen

Einfach raus, dem Trott den Rücken kehren und all den festgefahrenen Alltäglichkeiten entfliehen. Ohne einen Gedanken an Morgen, ohne den Job zu kündigen und sogar ohne Aufladekabel für den geliebten iPod, verlässt Daniela ihre Heimatstadt und fährt nach München – um sich selbst zu finden, um gefunden zu werden. Und das wird sie dann letztlich auch. Ein Designer entdeckt die attraktive Frau, und so kann sie für einige Zeit den Traum eines Models leben. Doch ihre Suche beginnt erst dann richtig, als der Traum endet. Begegnungen – unscheinbare, wie es scheint – erwecken sie, und in ihr erwacht eine Ahnung dessen, was wirklich wichtig ist, um glücklich zu sein …

Daniela fühlt sich in ihrem Heimatort nicht mehr wohl. Sie verspürt den Drang, etwas in ihrem Leben zu verändern. Ohne irgendwelche Vorkehrungen zu treffen reist sie nach München. Ihren alten Job kündigt sie nicht einmal, sie ist auf der Flucht vor sich selbst.

In München angekommen lernt sie zunächst Louisa kennen, dann Hannes. Daniela ist meiner Meinung nach hier sehr naiv, denn sie übernachtet bei völlig fremden Menschen, die sie gerade erst kennengelernt hat. Auch macht sie auf mich einen sehr oberflächlichen Eindruck.

Ich war enttäuscht von diesem Buch, da der Klappentext eine andere Handlung verspricht. Wer wie ich eine märchenhafte Geschichte über ein Mädchen, das Model wird, erwartet, wird diese hier nicht finden.


Good Morning Dornröschen von Daniela Kögler
Hardcover: 120 Seiten
Erscheinung: Januar 2012
Verlag: fhl Verlag Leipzig
ISBN: 978-3-942829-30-4
empfohlener Verkaufspreis: 12,95 € [D]
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